| Berlin Oktober
Musik und Text: Markus Trockel
Sie sagen, nach sieben Jahren
Sind Menschen nicht mehr, was sie waren
Keine Zelle ist im Körper mehr geblieben
Nichts mehr wie bisher
Berlin Oktober 2004
Ich bin jetzt schon zwei Jahre hier
Hab mich verloren, hab mich gefunden
Die Achterbahnfahrt gut verwunden
Wie jedes Jahr
Ziehen die Schwalben Richtung Süden
Wie jedes Jahr
Schließ ich im Herbst mit mir selbst Frieden
Wie jedes Jahr
Erinnert mich das Licht an dich
Es wird wieder früher dunkel
Ich denk zurück, denk an dich
Die Sonne kalt und klar
Fällt durch mein Fenster
Ich bin jetzt frei, nicht mehr getrieben
Hab sie verjagt, meine Gespenster
Nur eins ist noch geblieben
Und es spukt in mir umher
Als wärst du mir ganz nah
Ist es immer noch da
Die Straße voll mit Menschenleben
Als wollten sie ein Netz sich weben
Ich kann alle ihre Wege sehen
Belichtungszeit unendlich dehnen
Würd ich dich treffen, dann wüsst ich nie
Bist du Original oder Kopie?
Ich schau nach draußen, kurz vor vier
Der Himmel ist doch anders hier
Wie jedes Jahr ...
Die Sonne kalt und klar ...
Wie jeden Tag
Fällt ein Schleier auf die Stadt
Wie jeden Tag
Macht er die Menschen träg und matt
Wie jeden Tag
Geschieht es zuverlässig wieder
Bricht die Wolkendecke auf
Und das Licht scheint auf uns nieder
Die Sonne kalt und klar
Fällt durch mein Fenster
Die Zeit steht still, wenn ich es will
Und niemand kommt herein
Es ist nicht so, dass mir was fehlt
Ich bin nicht einsam, bloß allein
Wenn ich mein Handy höre
Denk ich manchmal, das bist du
Wenn ich dich suchen gehe
Mach ich meine Augen zu
Ich treibe durch den Raum
Die Erde ruht gigantisch blau
Seh die Wolken, seh die Meere
Von hier bewegen sie sich kaum
Ein paar Signale, sonst nur Leere
Alles still, alles entrückt
Wenn ich die Augen aufschlag
Bin ich bei mir zurück
Die Sonne kalt und klar ...
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